Hochebene im Lernhaus 2 eröffnet: Demokratie lebt – Kinder planen, bauen, nutzen
Heute war ein besonderer Tag im Lernhaus 2: Mit einem kleinen gemeinsamen Moment haben wir unsere neue Hochebene eröffnet, einen Ort, den Kinder nicht nur nutzen, sondern von Anfang an mitgedacht, geplant und mitgebaut haben.
Sie ist mehr als ein zusätzliches Möbelstück. Aus Ideen der Kinder entstanden und von vielen Händen gebaut, verbindet sie Beteiligung, Verantwortung und Freude am gemeinsamen Gestalten. Das Konzept ist schlicht und gut vorstellbar: Zwei Türme, eine verbindende Brücke und ein Treppenaufgang bilden die neue Hochebene. Auf zwei Stockwerken bietet sie gemütliche Nischen fürs Lesen, konzentriertes Arbeiten und kurze Auszeiten und nutzt den vorhandenen Raum im Lernhaus in Höhe und Breite optimal aus. Gleichzeitig lädt die Hochebene als Bewegungsangebot zum Entdecken ein: Treppen steigen, die Perspektive wechseln, die eigene Balance spüren – all das geschieht achtsam und rücksichtsvoll.
Den Start setzte ein Aufgabenblatt, das die Klassen Eulen, Füchse, Murmeltiere und Wölfe bearbeitet haben. Diese Klassen sind auch im Lernhaus 2 „beheimatet“. Die Kinder skizzierten, wie ein guter Lernort aussehen kann und überlegten, was der Ort im Alltag leisten soll.



Aus vielen Zeichnungen entstanden Lego-Modelle, die wir gemeinsam besprochen und im Eingangsbereich der Schule ausgestellt haben. Beim Tag der offenen Tür Ende September konnten Eltern und Gäste diesen Weg gut nachvollziehen. Sie sahen, wie aus Wünschen und Fragen greifbare Entwürfe wurden und wie Nutzung und Sicherheit von Beginn an mitgedacht wurden.



Aus den Entwürfen entstand schließlich DAS finale Modell, welches versuchte, neben den Wünschen der Kinder auch Sicherheitsaspekte zu berücksichtigen und Rückzugsorte zu schaffen.


Final möglich wurde die Umsetzung durch den Förderverein. Der Spendenlauf Ende Mai brachte rund zehntausend Euro für Material und Bau. Stück für Stück wuchs die Konstruktion seit Anfang Oktober in modularer Bauweise. In der Konstruktion steckt über eine Tonne Holz. Beim Verschrauben, Ölen mit Leinöl und Tragen von Bauteilen wurde sichtbar, wie ernst die Kinder ihre Rollen nahmen. „Für die Kinder war das total schön. Sie haben gebohrt, geschraubt und mitgeholfen, wo es nur ging. Es gab kaum ein Kind, das das nicht gerne gemacht hat“, erzählt Architekt Thomas Wienands (LPDM). Dieses praktische Lernen passt sehr gut zu unserem Themenjahr „Demokratie und Vielfalt“: Verantwortung teilen, Entscheidungen begründen, unterschiedliche Ideen zusammenführen und dann gemeinsam ins Tun kommen.



Damit dieser besondere Ort dauerhaft sicher bleibt und Lernen, Ruhe und Bewegung gut zusammengehen, gelten klare, gemeinsam besprochene Regeln. Jedes Kind darf bis zu fünf weitere Kinder mit nach oben nehmen. Es befinden sich nie mehr als zwölf Kinder gleichzeitig auf der Hochebene. Wer die Deckenleuchte im Lernhaus berührt, pausiert eine Woche mit der Nutzung. Oben wird nicht gegessen und nicht getrunken. Wer dagegen verstößt, übernimmt die Reinigung. Diese Vereinbarungen wurden bereits in den Klassen besprochen. Sie sind leicht zu merken und unterstützen die sichere Nutzung im Alltag.
Am Ende steht großer Dank. Der Förderverein und alle Spender:innen haben dieses Vorhaben möglich gemacht. Die Kinder haben gezeigt, wie viel Fantasie, Ausdauer und Verantwortungsgefühl in unserer Schulgemeinschaft steckt. Die KollegInnen haben den Prozess eng begleitet. Eltern und Familien haben an entscheidenden Stellen mit angepackt. Ein besonderer Dank gilt zudem Architekt Thomas Wienands und seinem Team, die den Prozess mit Fachwissen, Geduld und großer Offenheit für die Ideen der Kinder begleitet haben.
Nun beginnt der schönste Teil: zu beobachten, wie Kinder diesen neuen Raum für sich entdecken – lesend in einer Nische, arbeitend mit Blick über das Lernhaus oder gemeinsam spielend. Die Hochebene ist ein ruhiger Arbeitsort, eine Bühne für gelingende Zusammenarbeit und ein lebendiges Beispiel dafür, wie Demokratie und Vielfalt bei uns zu Raum werden, den man mit Kopf, Herz und Bewegung entdecken kann. Wir freuen uns darauf zu sehen, wie die Hochebene den Schulalltag prägt!






